Andacht

“Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.” Johannes 16, 22Wer kennt nicht das Gefühl der Trauer, wenn liebe Menschen von uns gehen, im Leben und im Tode. Trennung schmerzt – so ging es auch den Freunden um Jesus, als klar wurde, dass er mit dem Tode rechnen muss. Für eine Welt sich aufzuopfern, wie Gott sie will, dass wollen die Mächtigen nie zulassen. Seine Ermordung war beschlossene Sache. Wie ein Sklave musste er sterben, zur Abschreckung aller, die es wagen sollten, ihm nachzufolgen und gleichzutun. Aber Jesus spricht vom Wiedersehen. Er kommt wieder und wird die Trauer in Freude verwandeln. Es wird eine Freude sein, die aus dem Herzen kommt und von niemandem genommen werden kann. Es ist kein Hirngespinst darauf zu vertrauen, dass Jesus wiederkommt. Manche stellen sich das leibhaftig und andere geistig vor. Die Vorstellung, Jesus kommt uns nah, wird nur der verstehen, der ihn auch sucht und damit auch die Nähe Gottes verbindet. Alles was Jesus getan hat, sei es in Gleichnissen, Wunder- und Heilungsgeschichten übermittelt, alles das weist auf Gottes Reich hin, auf eine Welt, wie Gott sie will, in der Menschen nicht des Menschen Feind, sondern des Menschen Freund sein werden. Wer das nicht glauben kann, wer nicht weis, dass eine andere Welt möglich ist, der kann die Freude im Grunde genommen nicht begreifen, die Menschen bis zum heutigen Tag die Trauer überwinden und gegen das aufstehen lässt, war zur Trauer führt. Ich wünsche euch in dem Zusammenhang das kommende Osterfest als eine Gelegenheit zu verstehen und zu feiern, in der er euch heute und jetzt zur Auferstehung ruft.
Reinhard 

 

Ökumenischer Kreuzweg der Jugend

14. März 08 18.30 Uhr Gertraudkirche – Maximilian-Kolbe-Haus, Katholische Kirche
Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend wird in der ganzen Bundesrepublik Deutschland gebetet. In diesem Jahr seit 50 Jahren! Was als Gebetsbrücke zwischen jungen katholischen Christen in Ost und West begann, ist mittlerweile eine gute ökumenische Tradition. Seit 1972 setzen junge Christinnen und Christen ein Zeichen für ein lebendiges ökumenisches Miteinander. Das Motto lautet in diesem Jahr: Menschensohn. Die Visionen des Propheten Daniel dienen als Anknüpfungspunkt an die Hoffnungen des Volkes Israel auf Gerechtigkeit und Frieden. Hoffnungen, die bis heute in uns lebendig sind und das Leben Jugendlicher heute eng mit dem Leben des Volkes Israel verknüpften.Im Mittelpunkt des Kreuzweges 2008 stehen sieben Bilder des Künstlers Hans-Hilmar Seel aus Kirchheim/ Teck. Eingeladen sind alle, gestaltet wird der Kreuzweg überwiegend von Jugendlichen.



 

Andere achten

Hirschluch - Rüste 2007

Für unzählige junge Ostbrandenburger wurde wie in jedem Jahr auch dieser Novembermonat mit einem großartigen rituellen Fest des Lobpreises der himmlischen Heerscharfen eingeleitet: Sie fuhren in froher Erwartung ins beschauliche Storkow, um gemeinsam die Ruhe zu genießen und dem alltäglichen Stress in Schule und Beruf zu entfliehen, enthaltsam zu leben und Gottes Huldigung zu vollziehen.
Natürlich stand auch dieses Wochenende wieder unter der weit übers Land wehenden Fahne der diesjährigen Friedensdekade. Leider stellte sich heraus, dass sich das Thema „Andere achten“ für viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen als völlig unspektakulär erwies. Doch siehe da. Schon am Freitag wehte frischer Wind durch die glücklicherweise stabil gebaute Waldhütte (wir alle erinnern uns schließlich mit Schrecken an die Horrormeldung aus unserer Kindheit, als klar wurde, dass die Häuser der drei kleinen Schweinchen dem Untergang geweiht sind!!!): Mit der Kunstpädagogin Olga fand nicht nur die Kunst, sondern auch die Pädagogik in neuer Qualität Einzug in die Jugendarbeit An Oder und Spree. Wir fertigten Portraits unseres Gegenübers, die mehr waren als Malen nach Zahlen. Es war spannend, neue Perspektiven zu entdecken und mal einen anderen Blick auf diejenigen zu erhaschen, die man schon eeeewig (mindestens seit dem Abendbrot) kannte.
Wenn etwas wirklich erholsam ist, dann ist es die Abendandacht. Den Älteren (Anfang Zwanzig und mehr!!) wurde dabei bewusst, dass der Trend zum Schuhanbehalten auf dem Kapellenteppich erschreckende Ausmaße annimmt, weshalb sie die Übrigen mit einem kräftigen Faustschlag ins Gesicht davon überzeugten, sich folgsam in die langjährige Tradition einzureihen. Was sie auch taten......
Anschließend begaben sich alle Jugendlichen umgehend in ihre Betten und schliefen zufrieden (Danke, FC Energie) ein.
Im Zentrum des darauffolgenden Sonnabends stand nicht etwa der spärliche thematische Seminarteil, sondern die ausgedehnte Wanderung zur womöglich größten Wanderdüne weltweit in Brandenburg.
Und wenn in einem Menschenleben in Hirschluch am Abend abgesehen vom Abendessen, der späteren Andacht, dem Frankfurter Pilsener und den interessanten tödlichen Auseinandersetzungen von Martin und Reinhard etwas wirklich Spaß macht, dann sind es die kreativen Beiträge von Hinz und Kunz – selbstverständlich in Auseinandersetzung mit dem Thema. Hier wurde wieder einmal deutlich, was in so unscheinbaren Personen aus den umliegenden Dörfern an potentieller Dynamik verborgen liegt. Was hier eben mal so dargeboten wurde... dafür brauchen Kunststudenten an deutschen Hochschulen mehrere Semester. Und selbst dann reicht es nur in den wenigsten Fällen an den allsonnabendlichen Tiefgang, die Professionalität und den hirschlucheigenen Witz heran. Hier ein Meinungsbild des Abends:
„Das war einfach supergeil. Das sind ja
schon richtige Profis..“
„Und richtig cool in dem Film die Szene mit dem blauen Auto mit den vielen Scheinwerfern. Also ich lerne ja Kfz-Mechatroniker in Hüttenstadt und ich muss schon sagen: Toll, wie sie das gemacht haben!“
„Was es heutzutage auch hier schon für moderne Methoden gibt, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Diese PowerPoint-Präsentation mit den beiden lesbischen Frauen hat mich sehr berührt.“
Am Sonntag gab es einen Gottesdienst im Weltklasse-Format. Nicht nur, weil er unter freiem Himmel stattfand, sondern auch weil so ein Werkstattgottesdienst das hat, was dem gewöhnlichen Sonntagskirchgang fehlt: Selbstbeteiligung, lockere Atmosphäre und Esprit. Im Zentrum stand ein Text aus dem Buch Micha, mit dessen Hilfe die Gottesdienstteilnehmer aktiv den auch in unserer Zeit weit verbreiteten Götzendienst kritisierten: nach einem Läuterungswort des Propheten Lorenz verbannten die fehlgeleiteten Jugendlichen schleunigst ihre Schmuckstücke, Liedhefte und Kienäppel – alles was ihnen aufgrund der Werbung mehrerer Götzendiener als heilig erklärt wurde. Ferner baten wir unserem Herren in der Kyrie, dass er all den uneinsichtigen Langzeitarbeitslosen und Sozialschmarotzern endlich Hirn und Geist beschere, sich um eine feste Anstellung zu kümmern. Nach dieser Initiative unsererseits wird es mit Deutschland einig Vaterland wohl endlich bergauf gehen.
Die nun folgenden Punkte Feedbackrunde – Mittagessen – Abreise unterforderten uns zwar, dennoch mussten wir da durch. Wirklich schwer wurde die Verabschiedung. Unter heißen Tränen überschlugen sich die Emotionen: Warum? Warum kann dieses Wochenende nicht heute erst beginnen? Warum musste die glückliche Runde den Kampf gegen die Uhr verlieren und fand ehe man sich versah ein jähes Ende? Warum war INKOTA eigentlich wieder dabei? Warum wurden die Damenklos im Essensaal so selten gereinigt? Klagelieder erhoben sich zum Himmel. Diese Fragen können vielleicht nie abschließend beantwortet werden. Wer jedoch im nächsten Jahr wieder dabei ist, kann sich dieser markerschütternden Problematik erneut stellen. Die jungen Leute, die in diesem Jahr dabei waren, fuhren jedenfalls zumindest im Bewusstsein dessen, dass es eine Fortsetzung geben wird, glücklich nach Hause.
Guido und Susi

 

13. Volleyballturnier

13. Großes Volleyballturnier am 24. November ´07 in Briesen

Am Sonnabend, den 24. November war es m al wieder soweit. Unser all jähriges Grosses Volleyballturnier fand wieder einmal in Briesen statt. Nach einer kurzen Begrüßung und der Vorstellung der Mannschaften würde es um 10.00 ernst und die ersten Spiele begannen. In diesem Jahr nahmen 11 Mannschaften aus dem Kirchenkreis teil. Darunter waren auch viele alte Gesichter, die schon mehrmals dran teilnahmen. So war neben „Energy of Mothermilk“ als Titelverteidiger der Liga A auch wieder Teams vom „ragbag Frankfurt (Oder)“ dabei, welche die Vorjahressieger in Liga B waren. Besonders interessant war, dass beide Teams dieses Jahr in Liga A spielten und so ein direkter Vergleich der Ligen möglich war.
Die diesjährige Spielleitung übernahm Herr Bretag und um das Café kümmerten sich Olga und Reinhard.
Wie jedes Jahr spielten wir auf 2 Spielfeldern, jeweils 2 mal 10 Minuten und jeder gegen jeden in den jeweiligen Ligen. In Liga A spielten 5 Mannschaften, die in der Form schon mehrmals zusammen spielten oder für das Turnier trainierten. In der Liga B fanden sich 6 Teams zusammen, die sich teilweise erst vor Ort ihre komplette Mannschaft zusammensammelten und für die eher der Spaß am Spiel im Vordergrund war. Im Spielerfeld munkelte man aber über geheime Trainingssitzungen von einigen Liga B Mannschaften im Vorfeld.
Nach 6 Stunden Spielzeit, kurz vor 16 Uhr, waren dann die Pokale ausgespielt.In Liga A gab es einen spannenden Kampf um den Sieg. Letztendlich setzen sich die Vorjahres 2ten Pillgram Panthers in diem Jahr durch und verwiesen „The energy of mothermilk“ und “Knutschekugel“ auf die Plätze. In Liga B machten die Fürstenberger Teams es sich unter sich aus. Die Sportfreunde stellten sich als ein Hauch Stärker heraus. Durch eine einmalige Leistung sicherten sich auch die Zeugen J. den Pokal für das schlechteste Team. In einigen Spielen musste man sich aber die Frage stellen, kann man wirklich so schlecht sein kann oder sind sie nur zum Turnier gekommen um den Trostpokal abzuräumen. Wahrscheinlich werden wir es aber nicht erfahren.

Liga A
1. Pillgram Panthers
2. Energy of Mothermilk aus Fürstenberg
3. Knutschkugel aus dem ragbag Frankfurt (Oder)
4. Gugst du weiter aus dem regbag Frankfurt (Oder)
5. 6 Sterne de Luxe aus Fürstenberg

Liga B
1. Sportfreunde Fürstenberg
2. Sixpack aus Fürstenberg
3. Feuerwehr aus Beeskow
4. Jumping Elks aus Lindenberg
5. Wilde Hühner aus Frankfurt (Oder)
6. Zeugen J. aus Frankfurt (Oder)

Na dann bis zum nächsten mal, wenn es wieder heißt:
14. Großes Volleyballturnier am 23.12.2008 um 10.00 in Briesen .
Bitte vormerken und fit machen!


 

KinderArmut

In Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, leben laut Kinderschutzbund inzwischen 5,9 Millionen Kinder in Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von 1200 €. Und es sind nicht nur die Kinder von Alleinerziehenden und Arbeitslosen. Die Zahl ist stark steigend, die Armut hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt.
Man kann lange darüber diskutieren, wo Armut beginnt und ob die Zahl der Armen in Deutschland tatsächlich zugenommen hat oder ob sie nur klarer durch die Reform (Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe) ausgewiesen wird. So oder so waren ja Kinder und Alleinerziehende auch vorher schon eine der Hauptgruppen der Sozialhilfebezieher.
Jedenfalls es ist nicht zu bestreiten, dass es schwer ist von 347 € Sozialgeld im Monat als Erwachsener und 208 € pro Kind zu leben und vor allem dann, wenn die Lebensmittelpreise steigen. Also, bei Ausrechnen kommt man auf 6,80 € am Tag für Essen, Kleidung, Schulbücher, für Klassenausflüge, das Geschenk zum Kindergeburtstag der Freundin und möglichst mal was unternehmen.
Es ist ja kein Geheimnis, dass die sozialschwachen Familien sich keinen Urlaub leisten können, müssen bei der Heizung sparen und beheizen die Wohnung im Winter nicht richtig oder gehen bei Erkrankungen nicht zum Arzt.
Kinderarmut ist mehr, als nur wenig Geld auf´s Konto zu haben. Armut ist erblich, so das Deutsche Kinderhilfswerk. So hätten viele Kinder aus armen Familien schlechtere Bildungschancen, weniger kulturelle Werte vermittelt.
Die Auswirkungen der Armut auf die Kinder sind bedrückend. Bei den sozial benachteiligten Kindern ist zu beobachten, dass sie
- ernähren sich ungesünder,
- bewegen sich weniger,
- bleiben immer häufiger in isolierten Wohnvierteln unter sich,
- besuchen keine guten Schulen,
- haben nur mangelhafte Ausbildungsmöglichkeiten,
- haben keine ausreichend soziale Unterstützung.
Ich persönlich bin fest überzeugt, dass jedes Kind ein Talent hat und es ist die Aufgabe der Pädagogik diese zu entdecken, aber die fehlenden Bildungschancen führen dazu, dass wichtige Potenziale der Kinder und Jugendlichen verloren gehen.
Jede Gesellschaft ist auf Nachwuchssicherung im weitesten
Sinne angewiesen. Wo der Wunsch nach Kindern sich nicht erfüllt, wo sich die Kinder ungünstig entwickeln, wo Kinder die für die gesellschaftliche Teilhabe notwendigen Kompetenzen nicht erwerben können – da schadet dies immer auch dem gesellschaftlichen Zusammenhang insgesamt.
Der Zusammenhang von heute und morgen ist so Offenbar: wie gut oder wie schlecht wir für die Entwicklung der Kinder, Jugendlichen und der Familien sorgen, so wird es unserer Gesellschaft morgen gehen. Und der erste Schritt für das Handeln ist darüber sich ernsthaft Gedanken zu machen.

Olga


April-Mai 2008